Tagebuch von LilithAngelis0301
Schau täglich in mein Tagebuch, damit Du auf dem Laufenden bist, was ich so alles treibe.
Die Nacht trägt ihr eigenes Geheimnis, ein Flüstern
. Es ist dieses Spiel aus Andeutungen und unausgesprochenen Wünschen, das mich lockt – das Wissen, dass ein einziger Blick die Welt kippen kann, dass eine Geste mehr erzählt als tausend Worte.
Heute war es sein Blick, der an mir haften blieb, ein Sekundenbruchteil zu lang, ein unausgesprochener Ruf, den ich nur zu gut verstand. Ich ließ ihn warten, ließ das Verlangen in seinen Augen wachsen, bis es an den Rändern seiner Selbstbeherrschung zerrte. Eine Berührung, nur einen Atemzug zu spät zurückgezogen, ein Lächeln, das verhieß, ohne zu versprechen – das genügte.
Es ist ein Tanz auf Messers Schneide, dieses Spiel mit der Sehnsucht. Wer führt? Wer folgt? Oder ist es längst ein perfektes Gleichgewicht, in dem wir uns verlieren, ohne es zu merken?
Und doch… vielleicht ist es nicht die Jagd, die mich reizt. Vielleicht ist es der Moment, in dem das Begehren in den Augen des Anderen auflodert – roh, unkontrolliert, echt. Vielleicht ist es genau das, was mich immer wieder zurückkehren lässt.
Es ist ein köstliches Spiel, nicht wahr?
Die Art, wie sich Blicke verfangen, wie Worte zu leisen Versprechen werden, noch bevor sie wirklich ausgesprochen sind. Ich genieße es – die Spannung, das unausgesprochene Verlangen, das Knistern, das in der Luft liegt, wenn sich zwei Seelen umkreisen wie Jäger und Beute, und doch ist nicht immer klar, wer welche Rolle spielt.
Heute war einer dieser Tage. Ein Blick, ein Lächeln, eine Berührung, die länger verweilte, als sie sollte. Ich spürte das Zittern in seiner Stimme, das unmerkliche Schärferwerden seiner Atmung, während ich ihm zuhörte – scheinbar beiläufig, doch in Wahrheit mit jedem feinen Muskel meines Körpers darauf bedacht, ihn an mich zu binden.
Es ist faszinierend, wie leicht sich die Welt lenken lässt, wenn man die richtigen Fäden zieht. Ein Hauch von Duft, ein Anflug von Lachen, ein kaum merkliches Senken der Wimpern – und schon beginnt das Spiel von Neuem.
Ach, wie herrlich es doch ist, begehrt zu werden. Und doch… vielleicht ist es das Begehren selbst, das mich süchtig macht.