Gewartet
Du entdeckst sie nicht weit von dir.
Ein Glas in der Hand, umgeben von anderen, lachend und vollkommen entspannt. Und trotzdem bleibt dein Blick an ihr hängen.
Klein. Kurvig. Selbstbewusst.
Sie bewegt sich nicht auffällig, muss es auch gar nicht. Irgendetwas an ihr zieht deinen Blick immer wieder zurück.
Du fragst dich, ob sie dich bemerkt hat.
Sie hat.
Nur jedes Mal, wenn eure Blicke sich beinahe treffen, schaust du weg.
Ein kleines Lächeln erscheint auf ihren L****n.
Dann sieht sie wieder zu dir.
Diesmal bleibt ihr Blick.
Direkt.
Ruhig.
Fast ein wenig herausfordernd.
Du s*****kst und streichst dir über den Nacken. Du kennst dieses Gefühl nicht. Diese Mischung aus Nervosität und dem Wunsch, trotzdem näherzukommen.
Und dann gehst du.
Ein Schritt.
Noch einer.
Die Musik wird leiser. Die Stimmen um dich herum verschwimmen. Je näher du kommst, desto deutlicher siehst du ihr Gesicht.
Und dieses Lächeln.
Sie wartet tatsächlich.
Du bleibst vor ihr stehen.
Nah genug, um ihre Wärme zu spüren.
Sie hebt langsam den Kopf und sieht dich an. Einen Moment sagt sie nichts.
Dann stellt sie ihr Glas zur Seite, kommt einen winzigen Schritt näher und lässt ihren Blick über dein Gesicht wandern.
„Du hast lange gebraucht.“
Ihre Stimme ist leise.
Und plötzlich weißt du nicht mehr, ob du nervöser bist, weil sie vor dir steht …
oder weil du ahnst, dass sie dich schon die ganze Zeit hierher gelockt hat.











