Wenn der Tag loslässt
Der Tag lehnt sich langsam zurück. Ich auch. Zufrieden, ein wenig erschöpft, aber auf diese angenehme Art, bei der der Körper müde ist und der Kopf plötzlich ganz andere Ideen bekommt. Drei Viertel geschafft – mehr als genug, um sich selbst etwas anderes zu erlauben.
Draußen ist Sauwetter. Drinnen wird es gemütlich. Ich bin zu Hause angekommen, lasse die Schultern sinken und merke dieses vertraute Ziehen unter der Oberfläche: kein Stress mehr, kein Müssen. Nur dieses leise „Jetzt bin ich dran“. Die Ironie des Tages bringt mich zum Schmunzeln. Erst funktioniert man, dann wird man gefährlich ehrlich mit sich selbst.
Ich bin frech genug, mir einzugestehen, dass Lust nicht laut sein muss. Sie sitzt oft ganz still da, beobachtet, wartet. Eine Andeutung reicht. Ein Gedanke, der zu lange bleibt. Ein Blick, den niemand sieht. Der Abend darf kommen – ich habe Platz gemacht.
Mit diesem unschuldigen Lächeln, das meistens mehr weiß, als es zeigt, frage ich mich ganz nebenbei: Was, wenn ich heute etwas beginne, das harmlos aussieht, sich aber ganz anders anfühlt? 😌
